Summit Retail & Shops

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Zum dritten Mal versammelt MADEby führende Gestalter zu einem Gipfeltreffen, diesmal in den Souks von Marrakesch. Das Ziel: Antworten auf die vielen, drängenden Fragen des Retail-Designs finden.

Seit der Einführung des Geldes gab es in der Welt des Handels wohl keine derart umfassende Umwälzung mehr. Der online-informierte Kunde verändert sein Kaufverhalten grundlegend. Der stationäre Handel ächzt unter der Konkurrenz der Online-Anbieter. Die Warenpräsentation alter Schule im Shop stirbt aus. Der MADEby-Summit hatte sich diesmal vorgenommen, die neue Situation zu analysieren und Antworten auf die wesentlichen Fragen zu finden. Wohin entwickelt sich das Kaufverhalten der Konsumenten? Welche Rolle spielt das Internet? Wie muss räumlichkonzeptionell und innenarchitektonisch darauf reagiert werden? Elf führende Experten kamen zusammen: Architekten, Innenarchitekten, Betreiber von Shopping-Centern und internationalem Handel waren vertreten. Drei Tage lang wurde über aktuelle Erfahrungen und neue Konzepte berichtet. Es wurde referiert, diskutiert – und auch gelacht.

Unsere Thesen zur Zukunft des Store-Designs:

  1. Marken als Ordnung: Die Gleichzeitigkeit der digitalen Welt löst gesellschaftliche Bindungen und sorgt für Chaos. Markenwelten bieten hier neue gesellschaftliche Orientierung.

  2. Atmosphäre statt Design: Atmosphäre statt Design: Stringentes Corporate Design in althergebrachter Form zerstört die Einzigartigkeit von Orten und Shopping-Erlebnissen. Sie wird im Retail-Design abgelöst von Corporate Atmosphere.

  3. Erlebnisse als Nutzwert: Erlebnisse als Nutzwert: Die reine Warenpräsentation stirbt aus. Die neue Formel zur Ermittlung des Shop-Nutzens lautet: Erlebnis pro Quadratmeter. Der Laden muss dem Käufer räumliche Sensationen bieten und einen echten Mehrwert, der das Betreten des Shops rechtfertigt.

  4. Freizeitkonkurrenz Shopping: Das Einkaufen wird noch mehr zur Freizeitbeschäftigung. Deshalb müssen neue Shopping-Center mit Freizeitparks konkurrieren können.

  5. Showroom statt Laden: Traditionelle Läden sind auf dem Rückzug. Es entstehen Showrooms und Showcases. Reduzierte Warenpräsentation schafft Raum für neues Shop-Design.

  6. Stationärer Onlinehandel: Die Handelswelten wachsen zusammen. Stationärer Handel und Onlinehandel werden verschmelzen. Dies ist die Chance für innovatives Shop-Design.

  7. Online beteiligt stationär: Der Kaufimpuls wird im Showroom ausgelöst. Der eigentliche Kauf geschieht online. Der stationäre Händler wird am Umsatz beteiligt.

  8. Zielgruppen ade: Den klassischen Kunden gibt es nicht mehr. Zielgruppen lösen sich auf. Markentreue zählt nicht mehr. Der Handel muss sich neu orientieren. Das Shopdesign muss den neuen Kunden ansprechen. 

  9. Kuratierte Angebote statt volles Sortiment: Concept-Stores sind auf dem Vormarsch. Ein erfahrener Händler bietet kuratierte Angebote für seine Kunden – vom Hemd bis zum Buch. Das Outfitting mit Styling-Vorschlägen ersetzt Markenstores.

  10. Ladenbau verliert: Der klassische Ladenbau befindet sich auf dem Rückzug. Viel wichtiger wird die Inszenierung.

  11. Räume statt Abkassier-Tresen: Die klassische Kasse verschwindet. Elektronische Zahlsysteme schaffen im Shop neue Räume und Chancen für mehr Gestaltung.

  12. Glaubwürdigkeit statt Marketing: Der Kunde sucht nach glaubwürdigen Produkten und Marken. Der Shop muss diese Glaubwürdigkeit bestätigen.

Lesen Sie hier, wie unsere Teilnehmer Store-Design aus ihrer Perspektive beschreiben:


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